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(Rh)einfach Fest: Umzug in eine vergleichbare Lage

BühnenSaal | 19 € / 10 € erm.
30.09
21:15 Uhr
 Tickets

Umzug in eine vergleichbare Lage

Artmann&Duvoisin

 

Was bedeutet es Zeitzeug*in zu sein? Welche besonderen Mittel haben Tänzer*innen, Zeitgeschehen zu bezeugen und zu dokumentieren? Und wie wird dieses Dokumentie- ren zu einer politischen Handlung? In Anlehnung an Simone Fortis „News Animations“ hören und verarbeiten Artmann&Duvoisin die Körperlichkeit von Radionachrichten und erforschen den Weg vom Wort über die Sprache zur Geste, die den Körper einnimmt und damit den Worten eine physische Realität verleiht. Während sich im Frühjahr 2020 das Coronavirus in den EU-Ländern verbreitet, befinden sich an den europäischen Grenzen tausende geflüchtete Menschen unter katastrophalen Bedingungen, über de- ren Situation nur unzureichend berichtet wird.

Artmann&Duvoisin suchen nach dem Potential eines Tanzens über die Nachrichten, um subtile Formen von Entmenschlichung einerseits spürbar zu machen und diese zugleich durch tänzerische Handlung und die Präsenz der Performer*innen auf der Bühne her- auszufordern. Die Performer*innen agieren dabei als Archiv sowohl der Geschehnisse als auch der spezifischen Lage, aus der heraus die Geschehnisse erlebt oder aus der Ferne bezeugt werden. Kann ein körperlicher Zugang zu medial bezeugtem Zeitgesche- hen jenseits von vergeblichen Versuchen der Einfühlung oder immersivem Voyeurismus aktivierend wirken?

„Umzug in eine vergleichbare Lage“ überlagert tänzerische Handlungen mit einer live gesprochenen, akustisch verstärkten und verfremdeten Textmontage. Fast unmerklich entsteht dadurch eine Verschiebung zwischen Fürsorglichkeit und Grausamkeit, zwi- schen Solidarisierung und Ausgrenzung, die das Publikum mit den Atmosphären und Brüchen des vergangenen Frühjahrs konfrontiert.

Elsa Artmann und Samuel Duvoisin waren zuletzt 2018 mit „Hätten Sie von sich aus die Familie erfunden“ zu Gast am tanzhaus nrw. In ihren Arbeiten erforschen sie For- men kollektiver Komposition. Mit ihrem Herangehen, das den Umgang miteinander als zentralen kompositorischen Antrieb nutzt, blicken sie auf Konzepte von Gemeinschaft, die unser politisches Klima prägen. Ihre Ausbildung erhielten sie an der Hochschule für Grafik und Buchkunst Leipzig und am Zentrum für Zeitgenössischen Tanz Köln.

Eine Produktion von Artmann&Duvoisin, koproduziert durch das tanzhaus nrw.

 

Credits / Team

 

Konzept und Choreografie: Artmann&Duvoisin 

Tanz: Diana Treder, Anne-Lene Nöldner, Samuel Duvoisin, Elsa Artmann 

Video: Ale Bachlechner 

Licht: Jan Wiesbrock 

Musikalische Betreuung: Annie Bloch

Outside Eye: Silvia Ehnis Perez Duarte, Khadidiatou Bangoura 

Kostümassistenz: Anna Artmann

Dramaturgische Beratung: Constanze Schellow 

Grafikdesign: Ondine Pannet

Produktionsassistenz: Caroline Skibinski

Gefördert durch das Kulturamt der Stadt Köln, das Ministerium für Kultur und Wissenschaft des Landes NRW, NRW Landesbüro Freie Darstellende Künste, Fonds Darstellende Künste aus Mitteln der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien.

Unterstützt durch Kunst-Salon-Stiftung, Quartier am Hafen, Kunststiftung NRW, international Dance Artist Service NRW

Fotos: Arne Schmitt