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Vis Motrix

TanzFaktur | 16 € / 9 € erm.
03.09
20:00

CocoonDance

Ziererei erscheint, wie Sie wissen, wenn sich die Seele (vis motrix) in irgendeinem andern Punkte befindet, als in dem Schwerpunkt der Bewegung.
(Heinrich von Kleist: Über das Marionettentheater)

 

VIS MOTRIX [lat.: die bewegende Kraft] erschafft genauso bizarre wie faszinierende Wesen – mit virtuoser Strenge und hybriden Energien. Wie aus einer anderen Welt bewegen sich die Tänzerinnen durch den Raum, werden zu einem Organismus aus Mensch und Maschine, und erzeugen einen hypnotischen Sog. Was ist die bewegende Kraft, die Seele (vis motrix) der Bewegungen dieser Hybridwesen? CocoonDance setzt mit der Produktion die Suche nach dem noch „ungedachten“ Körper fort: Transhumanismus als traumatischer Tanzreigen, der unser Unbewusstes nicht unberührt lässt.

Wie das (ursprünglich) für drei Männer konzipierte MOMENTUM, das seine Impulse aus dem Austausch mit der nicht-akademischen Bewegungsform Parkour bezog, startete VIS MOTRIX mit einem Workshop und Recherche zu den Techniken von „Breaking“ und „Krumping“. Die sich anschließende zeitgenössisch-künstlerische Wahrnehmung modifiziert und transformiert diese Bewegungen und Energien hin auf hybride und ‚post-humane‘ Energien und Impulse.

Nominiert als Aufführung des Jahres in der Kritikerumfrage des Fachmagazins tanz zur Spielzeit 2018/2019 von Bettina Trouwborst (Westdeutsche Zeitung)

 

CocoonDance wurde 2000 von der Choreographin Rafaële Giovanola und dem Dramaturgen Rainald Endraß anlässlich einer Einladung zum Festival OFF Avignon gegründet. Seit 2004 bespielt und leitet die Company die Sparte Tanz in dem von der Bundesstadt Bonn institutionell geförderten freien Theater im Ballsaal, einem Haus der produzierenden Künstler, Schnittstelle und Wirkungsbereich verschiedenster Felder des zeitgenössischen Tanzes. Aus dem auch bundesweit außerordentlichen Zusammenspiel eines freien Spiel- und Produktionsortes und einem freien Ensemble hat sich seitdem ein beachtliches Potenzial ergeben. Motor der künstlerischen Entwicklung ist wesentlich die Improvisations- und Ensemblearbeit. In den Projekten besteht jegliche künstlerische und inhaltliche Freiheit, wird dem ungewöhnlichen Umgang mit Formen und Inhalten breiter Raum gegeben. Kollektive Entscheidungsprozesse und eine enorm kontinuierliche Teamarbeit begründen die ästhetische Dichte der Arbeiten.

 

„Cocoondance zeigt, wie unterhaltsam eine Produktion sein kann, die mit strengem Formalismus entwickelt wird und mit mathematischem Kalkül die Kombinationen von vier Körpern im Raum durchspielt.“

Thomas Linden, Kölnische Rundschau, 20.03.2018

 

Von und mit Fa-Hsuan Chen, Martina de Dominicis, Tanja Marín Friðjónsdóttir, Susanne Schneider, Marie Viennot, Anna Kempin

Choreographie, Regie Rafaële Giovanola

Musik Franco Mento

Raum-, Lichtgestaltung Gregor Glogowski

Kostüme CocoonDance

Kostümberatung Mathilde Grebot

Choreographische Assistenz Leonardo Rodrigues

Dramaturgie Rainald Endraß

 

Eine Produktion von CocoonDance in Kooperation mit: Theater im Ballsaal, Théâtre du Crochetan, Malévoz Quartier Culturel, Monthey (CH).

 

Gefördert durch: Bundesstadt Bonn, Ministerium für Kultur und Wissenschaft des Landes Nordrhein-Westfalen und im Rahmen des Residenzprogramms TRIENNALE des Kantons Wallis ThéâtrePro Valais, Le Conseil de la Culture Etat du Valais, La Loterie Romande.

 

Fotos: Klaus Fröhlich