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(Rh)einfach Camera Lucida

Bühne UG | 19 € / 10 € erm.
02.10
21:15
02.10
19:00
 Tickets

Yoshie Shibahara

Ein Apparat
ein wenig neu und ein wenig alt
eine Form der Nostalgie
bringt das Universum in eine neue Ordnung
Im Zwielicht wird die Grenze durchlässig
Innen wird nach außen gestülpt
Im Zwischenraum geschehen unerklärliche Dinge
Verborgene Bilder kommen zum Vorschein


In der Performance Installation Camera Lucida [lat.: heller Raum] wird der Schrank als Chimäre dargestellt: einerseits ein Apparat, der poetische Bilder erzeugt und andererseits ein geisterhaftes Geschöpf, das sich von alleine bewegt und im Raum wandert, als ob es einen eigenen Willen hätte. Für den optischen Apparat wird das Prinzip der camera obscura umgekehrt: das Innenleben und die Handlung im Inneren des Kleiderschrankes werden nach außen projiziert. Sie eröffnet damit die Unermesslichkeit eines Innenraumes, der uns normalerweise verborgen bleibt.

Der Hauptdarsteller, ein einziger Akteur, ist der Schrank: - einst wartend als Ladenhüter in einer Trödelhalle in Köln Nippes, jetzt zu neuem Leben als Tsukumogami, Artefakt-Geist erwacht. Tsukumogami sind Wesen des japanischen Volksglaubens. Alte verwahrloste
Alltagsobjekte sollen nach Ablauf von 99 Jahren besondere Kräfte erwerben, sich zu Geistwesen verwandeln und zum Leben erwachen. Eine Einladung zur Begegnung mit inneren Bildern. Eine Reflexion über die Dinge, die sich hinter dem Scheinbaren verbergen.

Nominiert für den Kölner Tanztheaterpreis 2019.


Yoshie Shibahara erhielt ihre Tanzausbildung in Osaka und an der DSHS Köln. Eigene Produktionen seit 2004. Mehrfach ausgezeichnet, u.a. Kölner Tanztheaterpreis, Künstlerinnenpreis NRW. Ihre künstlerischen Arbeiten liegen an der Schnittstelle zwischen Choreographie, Installation und Performance. Sie beschäftigt sich intensiv mit Räumen, erforscht das Eigenleben des Materials und seine Poesie. Die Verfeinerung der Wahrnehmung und die Bedeutung und Funktion des Körpers in der Inszenierung stehen im Mittelpunkt ihrer Arbeiten.

 

Konzept/Choreographie/ Installation Yoshie Shibahara
Performance Andrej Schrankovic
Zusammenarbeit Licht & Installation Egbert Mittelstädt
Zusammenarbeit Komposition & Live Musik Susanne Kubelka


Ein Teil der Installation ist durch das Arbeitsstipendium des NRW Kultursekretariat in einer Zusammenarbeit mit Achim Mohné und dem FFT Düsseldorf entstanden.
Gefördert durch das Kulturamt der Stadt Köln.