Top

PREMIERE Club27

Tanzfaktur | 14 € / 7 €(erm.)
13.12
Fr. 20:00h
15.12
So. 18:00h
 Tickets

Enis Turan

In meinen 27 Lebensjahren bin ich zweimal dem Tod nahegekommen. Als ich von einer fremden transphoben Person brutal verprügelt wurde, die mir schreiend mit: „Ich werde dich töten!“, drohte. Und als ich mir selbst versuchte das Leben zu nehmen. Im Zusammenhang mit dem „Club 27“ Mythos sehe ich mich nun in im Alter von 27 mit der Vergänglichkeit des Lebens, mit der Selbst-/Fremdzerstörung sowie dem Ruhm, den der Club 27 mit sich bringt, erneut konfrontiert. Der Tod bedeutet für mich nicht das Ende und Stillstand. Ich sehe ihn als das Kontinuum und die Transformation.

In Club27 geht es um die Anerkennung, Sichtbarmachung und Umdeutung des Todes. Als einen weiterführenden Gedanke von vanitas und memento mori mit der hypothetischen Deklaration, das Leben und den Tanz nicht als vergänglich sondern als bereits vergangen zu begreifen, öffnet sich ein Möglichkeitsraum der Zeitlosigkeit, in dem der Tod sein „tragisches“ Gewicht und seine Relevanz verliert. Was passiert also wenn die darstellende Kunstform Tanz, die selbst in ihrer Vergänglichkeit und Sterblichkeit charakterisiert ist, den Tod zum Schwerpunkt macht und sich durch den Tod verewigt? Wie sähen der Tod des Tanzes und seine Beerdigung aus? Ausgehend von dem fiktiven „Club 27“, in dem sich berühmte Musiker*innen nach ihren selbstgewählten Toden im Alter von 27 Jahren wiedertreffen, entsteht eine Performance, die den Tanz auf der Bühne aus der Perspektive der bildenden Künste betrachtet und ihn skulptural und malerisch verewigt.

Enis Turan ist ausgebildet im zeitgenössischen Tanz an der Hochschule für Musik und Tanz Köln und Universität der Künste Island. Seit 2013 tanzt er freiberuflich und entwickelt seine eigenen Werke. Sein künstlerisches Interesse im Tanz liegt an der Schnittstelle konzeptioneller Arbeiten mit hohem physischem / performativem Einsatz und auch an der Schnittstelle der Tanzkunst mit anderen Kunstformen. In seinen Arbeiten beschäftigt sich Enis mit dem Verständnis und Konventionen der Tanzkunst und mit Normen und Normalitäten in zwischenmenschlichen Bezügen unserer Gesellschaft und in Bezug zum eigenen Körper und hinterfragt diese kritisch. Als „besonders talentiert“ wurde er ausgezeichnet 2014 mit einem Stipendium von Lancôme und erhielt im Sommer 2017 das danceWEB-Stipendium im Rahmen des Impuls Tanzfestivals in Wien. Neben seinen eigenen choreographischen Arbeiten tanzte er bisher u.a. für Josep Caballero Garcia, Sebastian Matthias, Erna Ómarsdóttir, Alfredo Zinola und Marie-Lena Kaiser.

Konzept / Choreografie: Enis Turan
Performance: Björn Ivan Ekemark, Olivia Hyunsin Kim, Petr Hastik, Enis Turan
Bühnenbild: Christin Vahl
Lichtdesign: Jonaid Khodabakhshi
Produktionsmanagement: Elsa Lindig, Isabel Schwenk, Enis Turan
Koproduzent: Hebbel am Ufer Berlin, Tanzhaus NRW Düsseldorf

Gefördert durch: NATIONALES PERFORMANCE NETZ, Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien, NRW Landesbüro freie darstellende Künste, Ministerium für Kultur und Wissenschaft des Landes Nordrhein-Westfalen, Stadt Köln

Unterstützt durch: PACT Zollverein, TanzFaktur