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Double Bill: Tracy E. Lord / Marie-Lena Kaiser | ABGESAGT

TanzFaktur |
04.04
05.04

Double Bill: Ein Ticket - Zwei Performances

Tracy E. Lord

Druck - Ein bewegtes Konzert

Abschlussprojekt im Masterstudiengang Tanz - Vermittlung, Forschung, künstlerische Praxis der Deutschen Sporthochschule Köln

Was passiert, wenn eine klassische Lied-Interpretin und ihre Pianistin  den Kodex des klassischen Konzertrahmens aufgeben und sich selbst der Bewegung überlassen?

Die  Konzertpianistin Kira Golubeva und die Mezzosopranistin Carrie Dimaculangan wagen sich mit der Choreographin Tracy E. Lord auf ein neues Feld der Liedinterpretation – einer Verflechtung von Bewegung und Klang.

Die Choreographin setzt die beiden Protagonistinnen dem Druck der Bewegung aus- und dem Druck selbst als physisches und psychisches Interpretationsmotiv. Dieser bringt den statischen Konzertrahmen aus der Balance- wieviel Bewegung hält die Komposition aus, welche Lösungen ergeben sich, das Konzert in Bewegung weiterzuführen, welche Bilder , welche Töne ergeben sich bei der Dekonstruktion der Musik durch die Bewegung und der Beschäftigung mit dem Druck?

Tracy E. Lord ist freischaffende Regisseurin, Choreographin und Dramaturgin. Von Anfang an bildeten die performativen Künste Tanz, Schauspiel und Gesang/Musik für sie eine Einheit, die je nach Stück unterschiedliche Gewichtung und Form erhalten. Während ihres theaterwissenschaftlichen Studiums an der RU in Bochum erlernte sie bei Dr. Susanne Schlicher die Laban-Bewegungsanalyse, die sie in ihrer Arbeit immer begleitet hat. Am Institut für Tanz und Bewegung der Sporthochschule Köln vertiefte sie ihre Arbeiten zum Thema menschliche Wahrnehmung von Bewegung.

Tracy E. Lord inszenierte an der Kammeroper Köln bevor Sie in das künstlerische Team der Opernwerkstatt am Rhein wechselte. Ihre Inszenierungen waren und sind an verschiedenen Theatern im deutschsprachigen Raum zu sehen, so z.B. Rokokotheater Schwetzingen, Mozartfest Würzburg, Scharoun-Theater Wolfsburg, Kinekksbond Mamer Luxembourg, Theater Marl, Saalbau Witten, u.v.a. Die kanadische Mezzosopranistin und vielseitige Performerin Carrie Dimaculangan hat sich mit ungewöhnlichen Auftritten einen Namen gemacht. Die Gesangswettbewerb- Gewinnerin der Carnegie Hall trat als Despina in Christoph Hagels berüchtigten Produktion von Sex, Lies and TV: „Cosi fan tutte“ in Berlin mit der deutschen Fernsehlegende Alfred Biolek auf und war als Carmen à la Indian Classical beim World Music Day in Calcutta ebenso zu hören wie für einen live Podcast der New Yorker Künstlerin Sarah Cameron Sunde. Sie interpretierte unter anderem polnische Kunstlieder für Chopins Jahrestag in der Steinway Hall in New York und war Solistin der UA des Oratoriums „Misa de Buenos Aires“ des argentinischen Komponisten Martin Palmieri .

Die diplomierte Konzertpianistin Kira Golubera stammt aus Aserbaidschan und studierte an der Musikakademie Baku und der Folkwang Universität der Künste, wo sie viele Jahre als Gesangs-Korrepetitorin tätig war. Ihre Leidenschaft gilt dem Tango Argentino.

Länge: ca. 60 Minuten

 

Regie: Tracy E. Lord

Klassischer Gesang: Carrie Dimaculangen

Konzertpianistin: Kira Golubera

Gefördert durch: Institut für Bewegung und Tanz der DSHS Köln

 

Marie-Lena Kaiser

Those Who Knew The Rules

Kooperation mit der Abteilung "Physical Theatre" der Folkwang Universität der Künste 

In der sechswöchigen Zusammenarbeit zwischen der Choreographin Marie-Lena Kaiser und dem Studiengang Physical Theatre der Folkwang Universität der Künste haben sich die fünf Studierenden dem Konstrukt des Kollektivs und dessen Verhalten in festgelegten Bewegungsstrukturen gewidmet. Zwischen definierten Bewegungsabfolgen, verschiedenen Konstellationen im Raum und den daraus entstehenden Situationen entfaltet sich eine Komplexität, die das Spannungsfeld bildet, dem die fünf Performer*innen ausgesetzt sind. Eine feste Schema, auf die sich die Gruppe scheinbar geeinigt hat fängt an zu wanken, weil jeder Einzelne sich ständig verändert.

Die Suche nach Individualität, die Sehnsucht nach Normen und Zugehörigkeit, die Verausgabung und das Aneinandergeraten von körperlichen Strukturen lösen verbale und körperliche Auseinandersetzungen aus. Sie sind störende Elemente die ständige Interventionen verlangen.

Marie-Lena Kaiser ist Tänzerin und Choreographin, ansässig in Essen. 2016 graduierte sie an der Folkwang Universität der Künste. Sie ist Stipendiatin der Pina Bausch Stiftung welches sie mit dem Choreographen Horácio Macuácua verbrachte. November 2018 premierte ihr erstes abendfüllendes Stück ‚Ariodante‘ im Maschinenhaus und wurde daraufhin als Newcomer-Stück beim TANZ NRW Festival eingeladen. Außerdem gastierte es im Tanzhaus Nrw Düsseldorf sowie im ‚first and further steps festival‘ in Krefeld. 2019 kehrte Kaiser and die Folkwang Universität zurück innerhalb des Festivals ‚TRY AGAIN-FAIL AGAIN-FAIL BETTER-IMPULS BAUHAUS'. Sie präsentiert hier in vier Festivaleinheiten choreographische Skizzen mit Studenten des Izt Folkwang sowie dem Folkwangtanzstudio. Im Rahmen ihrer Bauhaus Recherche wurde sie im April vom Goetheinstitut Amman, Jordanien eingeladen, um dort mit lokalen Tänzern zum Thema Oskar Schlemmer zu arbeiten. Außerdem ist sie mit der Company Performing Group ist als Tänzerin international unterwegs und Tänzerin in der neuen Produktion von HARTMANNMÜLLER. 2020 wird sie außerdem für die Physical Theater abteilung der Folkwang Hochschule ein Abendfüllendes Stück erarbeiten welches im Maschinenhaus Essen sowie in der Tanzfaktur Köln gastieren wird.

Länge: 50 Minuten

 

Choreographie: Marie-Lena Kaiser

Performer*innen: Wayne Götz, Nina Zorn, Julia Berger, Faris Saleh, Elina Brams Ritzau

Komposition: Marco Girardin

Gefördert durch: Maschinenhaus Essen, Folkwang Universität der Künste

In Kooperation mit der TanzFaktur