Top

COME AS YOU ARE / Nir de Volff (DE/IL)

TanzFaktur | 15 € / 10 € erm.
20.07
Fr. 20:00h

Ausgangspunkt der Performance ist der berufliche Standpunkt der drei syrischen Tänzer Medhat Aldaabal, Moufak Aldoabl und Amr Karkout und ihre Arbeit daran, Teil der für sie noch neuen (aber zunehmend bekannteren) Tanzszene zu werden. Von den individuellen Erfahrungen ausgehend werden gleichermaßen ihr Fluchthintergrund, ihr Leben in Deutschland aber auch die zeitgenössische Berliner Tanzlandschaft an sich beleuchtet. All dies konnten sie gemeinsam mit einem israelischen Choreographen entwickeln – ein Umstand, der außerhalb von Berlin so wohl nie zustande gekommen wäre und an sich schon eine Menge politisch-sozialen Stoff bietet. Mit Humor und Ehrlichkeit entstand ein Stück, welches vom Publikum mit erstaunlich großer Neugier aufgenommen wurde. Zahlreiche Pressestimmen führten dazu, dass COME AS YOU ARE im Jahr 2017 ganze 18 je komplett ausverkaufte Vorstellungen im DOCK11 hatte (zusätzlich 6 ebenso ausverkaufte Vorstellungen im LOFFT Leipzig). Das Interesse des Berliner Publikums am Thema ist enorm und hängt eng damit zusammen, wie sehr de Volff und die Tänzer es schaffen, ihre Lebensrealität als den Ausgangspunkt zu definieren, auf den sie immer wieder thematisch und tänzerisch zurück kommen. Sie stiften Identifikationsmomente und zwar für ein breites Publikum: Geflüchtete, Menschen mit Migrationshintergrund, TänzerInnen und Kreativschaffende aller Sparten in Berlin. Gleichzeitig lockte das Interesse an Aspekten der syrischen Kultur, die die jungen Tänzer mitbringen, sowie an den echten Menschen, die so oft als Objekte politischer Diskurse zum Thema Migration / Integration herhalten müssen auch Zuschauer, die sonst eher selten Tanzstücke besuchen, ins DOCK 11. Herkunft, Alter, Gender, berufliche Orientierung und das Verhältnis zur Tanzszene waren im Publikum schließlich so bunt gemischt, wie es sonst bei Tanzstücken nicht oft der Fall ist. Dies machte jeden einzelnen Abend für alle Beteiligten zu einem besonders spannenden Erlebnis (zumal auch im Austausch nach den Vorstellungen). Es wurde deutlich, wie sehr das Berliner Publikum (und zwar spartenübergreifend) ein Bedürfnis hat, sich mit dem Thema auseinander zu setzen. Dieses Bedürfnis hält an und führte zu dem vorliegenden Antrag.

TRAILER